Zwischen Hamburger Stadtgrenze und Umland entscheidet längst nicht mehr allein die Lage über die Attraktivität einer Immobilie. Themen wie Energieeffizienz, zukünftige Wärmeversorgung und langfristige Betriebskosten prägen Kaufentscheidungen heute stärker als noch vor wenigen Jahren. Kaufinteressenten achten zunehmend auf die energetische Ausstattung einer Immobilie und bewerten deren langfristige Wirtschaftlichkeit genauer. Neben Lage, Größe und Zustand gewinnt dadurch auch die Wahl des Energieträgers weiter an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund haben die VON POLL IMMOBILIEN Experten die Angebotspreise von Wohnimmobilien1 nach Energieträgern2 im ersten Quartal 2026 analysiert und die Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum untersucht. Betrachtet wurden dabei vier Energieträgergruppen: erstens Solar, Luft-, Wasser- und Erdwärme, zweitens Fernwärme und Strom, drittens Gas und Erdgas sowie viertens Öl.
Erneuerbare Heizsysteme verzeichnen die höchsten Wertzuwächse
Die stärksten Preissteigerungen im Hamburger Umland zeigen sich bei Wohnimmobilien mit Solar, Luft-, Wasser- oder Erdwärme. Spitzenreiter ist Lüneburg mit einem Plus von durchschnittlich 14,8 Prozent im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf durchschnittlich 4.430 €/m². Dahinter folgen Pinneberg mit einer Steigerung von 12,5 Prozent auf 5.539 €/m², Herzogtum Lauenburg mit 11,1 Prozent auf 3.613 €/m², Harburg mit 7,8 Prozent auf 4.618 €/m², Stormarn mit 4,8 Prozent auf 4.589 €/m² sowie Segeberg mit 3 Prozent auf 4.086 €/m².
Während die Preisentwicklung in den meisten Landkreisen im Hamburger Umland positiv ausfällt, ist Stade mit -1,7 Prozent auf 3.892 €/m² die einzige Region mit einem leichten Rückgang im ersten Quartal 2026 gegenüber dem ersten Quartal 2025.
Die Stadt Hamburg bleibt bei Immobilien mit Solar, Luft-, Wasser- und Erdwärme mit durchschnittlich 6.569 €/m² das teuerste Marktumfeld der Analyse. Die stärkere Preisdynamik zeigt sich jedoch im Umland gesamt: Dort steigen die Angebotspreise im ersten Quartal 2026 für Wohnimmobilien mit erneuerbaren Heizsystemen im Durchschnitt um 9,5 Prozent und damit nahezu doppelt so stark wie in der Hansestadt.

Abb. 1: Preisentwicklung von Wohnimmobilien mit Solar, Luft-, Wasser- oder Erdwärme in Hamburg und Umland im ersten Quartal 2026
Dynamische Entwicklung bei Fernwärme und Strom
Auch im Segment der fernwärme- und strombasierten Immobilien zeigt sich ein klares Plus im Hamburger Umland. Die höchste Preissteigerung verzeichnet Pinneberg mit durchschnittlich 12,9 Prozent auf 4.396 €/m². Dahinter folgen Harburg mit 9,7 Prozent auf 4.287 €/m², Stormarn mit 7,8 Prozent auf 4.885 €/m², Segeberg mit 6,2 Prozent auf 3.947 €/m² sowie Herzogtum Lauenburg mit 4,5 Prozent auf 3.587 €/m².
Leichte Rückgänge verzeichnen dagegen im ersten Quartal 2026 Stade mit durchschnittlich -6,5 Prozent auf 3.178 €/m² sowie Lüneburg mit -8,8 Prozent auf 3.947 €/m².
Ein Blick auf das Umland im Vergleich zur Stadt Hamburg zeigt auch bei Wohnimmobilien mit Fernwärme oder Strom deutliche Unterschiede. Mit durchschnittlich 8.029 €/m² weist die Hansestadt nicht nur das höchste Preisniveau im ersten Quartal 2026 auf, sondern verzeichnet gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 7,7 Prozent auch eine deutlich stärkere Preisentwicklung als das Hamburger Umland insgesamt. Dort steigen die Angebotspreise für Wohnimmobilien mit Fernwärme oder Strom durchschnittlich um 0,9 Prozent auf 4.099 €/m² im ersten Quartal 2026.

Abb. 2: Preisentwicklung von Wohnimmobilien mit Fernwärme und Strom in Hamburg und Umland im ersten Quartal 2026
Heterogenes Bild bei Immobilien mit Gasheizungen
Deutlich differenzierter fällt die Entwicklung bei Wohnimmobilien mit Gasheizung aus. Die stärkste Preissteigerung im ersten Quartal 2026 verzeichnet Harburg mit 4,9 Prozent auf 3.527 €/m². Dahinter folgen Stade mit 0,7 Prozent auf 2.853 €/m² und Pinneberg mit 0,6 Prozent auf 3.614 €/m².
In Stormarn mit 0,1 Prozent auf 3.687 €/m² und Segeberg mit -0,1 Prozent auf 3.468 €/m² bleiben die Immobilienpreise in diesem Segment nahezu stabil. Preisrückgänge zeigen sich im ersten Quartal 2026 dagegen in Lüneburg mit -1,1 Prozent auf 3.130 €/m² sowie in Herzogtum Lauenburg mit -2,6 Prozent auf 3.034 €/m².
Im Vergleich Metropole-Umland zeigt sich bei Wohnimmobilien mit Gasheizung ein weitgehend stabiles Marktumfeld. Während sich die Immobilienpreise im Hamburger Umland insgesamt weitgehend seitwärts um 0,3 Prozent auf durchschnittlich 3.379 €/m² entwickeln, verzeichnet Hamburg einen moderaten Rückgang von -1,5 Prozent auf 5.175 €/m² im ersten Quartal 2026.

Abb. 3: Preisentwicklung von Wohnimmobilien mit Gas-/Erdgasheizung in Hamburg und Umland im ersten Quartal 2026
Ölheizungen zeigen im Hamburger Umland ein gemischtes Bild
Wohnimmobilien mit Ölheizung entwickeln sich im Hamburger Umland überraschend robust. Besonders deutlich legten die Immobilienpreise in Herzogtum Lauenburg zu: Dort stiegen sie im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozent auf durchschnittlich 2.713 €/m². Auch Harburg mit 9,8 Prozent auf 3.060 €/m², Lüneburg mit 7,7 Prozent auf 2.434 €/m², Stade mit 5,7 Prozent auf 2.358 €/m² sowie Pinneberg mit 3,2 Prozent auf 3.343 €/m² verzeichneten Preiszuwächse.
Die Preise von Wohnimmobilien mit Ölheizung bleiben in Segeberg mit 0,5 Prozent auf 2.752 €/m² eher stabil. Ein Rückgang zeigt sich lediglich in Stormarn mit -3,2 Prozent auf 3.326 €/m² im ersten Quartal 2026.
Besonders auffällig entwickelt sich das Segment der ölbeheizten Wohnimmobilien im Umland-Metropole-Vergleich. Während die Angebotspreise im Hamburger Umland insgesamt um durchschnittlich 4,6 Prozent auf 2.937 €/m² zulegen, bewegt sich die Stadt Hamburg mit einem leichten Rückgang von -0,2 Prozent auf 4.718 €/m² nahezu seitwärts.

Abb. 4: Preisentwicklung von Wohnimmobilien mit Ölheizung in Hamburg und Umland im ersten Quartal 2026
Abb. 5: Preisentwicklung von Wohnimmobilien nach Energieträgern in Hamburg und Umland im ersten Quartal 2026
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1 Die Datengrundlage der Kaufpreisanalyse basiert auf den durchschnittlichen Angebotspreisen für Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäusern in Hamburg und dem Hamburger Umland (alle angrenzenden Stadt- und Landkreise) von GeoMap für das erste Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal 2025 sowie Anpassungen durch VON POLL IMMOBILIEN Research (2026).
2 Im Zuge der Analyse wurden die Energieträger in folgende Heizungsarten geclustert: erstens Solar, Luft-, Wasser- und Erdwärme; zweitens Fernwärme und Strom, drittens Gas und Erdgas, viertens Öl. Holz/Pellets wurden in der Analyse ebenso abgefragt, sind aber aufgrund der geringen Anzahl an Angeboten nicht repräsentativ und werden nicht aufgeführt.




