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Nachhaltiger Garten: Definition, hilfreiche Tipps und Ihre Vorteile

31/10/2022 · Autor: VON POLL IMMOBILIEN


Der Begriff „Nachhaltigkeit“ findet sich heutzutage in vielen Lebensbereichen. Umso wichtiger ist es, die Bedeutung jeweils konkret zu erfassen. In unserer Artikelreihe zum Thema haben wir für Sie bereits ausgeführt, was beim nachhaltigen Bauen wichtig ist und was nachhaltige Immobilien im Einzelnen ausmacht.

In diesem Artikel werden wir für Sie nun der Frage nachgehen, was ein nachhaltiger Garten ist. Sie werden sehen: Als nachhaltiger Hobbygärtner bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten, einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

 

Das erwartet Sie in diesem Artikel:

  1. Sie erhalten 10 umfassende Tipps, wie Sie Ihren Garten nachhaltig gestalten können.
  2. Sie lernen die Vorteile von nachhaltiger Gartengestaltung kennen.
  3. Sie erfahren, wie Sie die Biodiversität steigern können und warum das wichtig ist.
  4. Sie bekommen einen Einblick in das Thema „Permakulturgarten“.

Auch für Kinder ein Vergnügen: Äpfel pflücken im nachhaltig angelegten Garten

Unsere 10 Tipps für nachhaltiges Gärtnern

Jeder Garten ist anders und bietet in Sachen Nachhaltigkeit verschiedene Möglichkeiten. Entscheidend ist daher, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen und sich dem Thema Schritt für Schritt anzunähern. Themen wie Anbau, Ressourcennutzung und Materialwahl haben dabei besonders vielversprechendes Potential. Die nachfolgenden Tipps sind also kein „Pflichtenkatalog“ – sie sollen Ihnen vielmehr Anregungen geben, was alles möglich ist, wenn Sie auf lange Sicht umweltverträglich gärtnern möchten.

 

Mit diesen 10 Schritten werden Sie zum nachhaltigen Gärtner:

  • 1. Tipp: Regenwasser nutzen.

    Clever Wasser zu sparen, ist für Hobbygärtner relativ einfach. Mit speziellen Regenwasserklappen können Sie die Naturressource „Regenwasser“ von der Dachrinne in eine Tonne leiten und für die Gartenbewässerung nutzen. Wer noch mehr Mengen an Regenwasser speichern möchte, kann dafür eine Zisterne nutzen. Hier erhalten Sie Tipps für den Kauf und zur Materialwahl dieser meist unterirdisch angelegten Sammelbehälter.

    Gehen Sie mit der Ressource Wasser am besten generell möglichst schonend und sensibel um. Die beste Zeit, um zu gießen, ist im Sommer zum Beispiel morgens vor Sonnenaufgang. Oder setzen Sie auf das Mulchen: Das hält die Feuchtigkeit besser im Boden und Sie sparen Gießwasser. Auch mit automatisierten Bewässerungssystemen können Sie gerade bei größeren Gärten Wasser einsparen, da das Grün nur nach konkretem Bedarf bewässert wird. In unserem Smart-Gardening-Artikel erfahren Sie mehr darüber.

  • 2. Tipp: Naturschwimmteich anlegen.

    Apropos Wasser: Ein noch recht junger Trend, der aber mehr und mehr an Fahrt aufnimmt, sind Naturschwimmteiche. Diese vereinen die Aspekte eines Swimmingpools mit denen eines Naturteichs. Während ein Teil der Pool-Fläche für das Schwimmen und (im Falle der Kinder) Planschen vorgesehen ist, gibt es hier zudem einen räumlich abgetrennten Bereich für die biologische Regeneration.

    Darin vollzieht sich die Reinigung und Klärung des Wassers von selbst dank ausgewählter Wasserpflanzen wie Zoo- und Phytoplankton. Damit ein stetiger Wasseraustausch zwischen beiden Bereichen gegeben ist, wird oft eine halbdurchlässige Trennwand aus Lärchen-Kanthölzern verwendet. Naturschwimmteiche sind allein optisch eine echte Zierde und bieten außerdem Tieren wie Libellen und Fröschen einen geschützten Lebensraum.

  • 3. Tipp: Obst und Gemüse selbst anbauen.

    Keine Frage: Wer Selbstversorger ist, handelt nachhaltig. In Deutschland können Sie viele köstliche Obst- und Gemüsesorten im eigenen Garten anbauen und so ihre Supermarkt-Einkäufe reduzieren. Beispiele für Gemüse, das bei uns prächtig gedeiht, sind Pflücksalat, Karotten, Kürbisse, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Blumenkohl, Kohlrabi, Mangold, Zwiebeln und Wirsing.

    In Sachen Obst reicht die Auswahl von zahlreichen Beerensorten über Äpfel und Birnen bis hin zu Quitten und Mirabellen. Im Netz gibt es dazu praktische Gartenkalender, mit deren Hilfe Sie saisongerecht säen und ernten können.

  • 4. Tipp: Handarbeit einsetzen.

    Nutzen Sie für den Beschnitt von kleineren Hecken und Gewächsen eine Handschere und verzichten Sie auf kurzlebige Akku- und Kunststoffgeräte. Mit jedem Verzicht auf Elektrogeräte können Sie Strom sparen. Probieren Sie es doch auch zum Beispiel mal aus, Ihren Rasen mit einer Sense zu mähen.

    Bilden Sie zusätzlich Interessengemeinschaften mit Ihren Nachbarn und schaffen Sie sich gemeinschaftlich größere – seltener benötigte – Geräte an. Das Teilen von Ressourcen (Neudeutsch: „Sharing“) ist meist eine der einfachsten Formen des nachhaltigen Handelns.

  • 5. Tipp: Boden kompostieren.

    Der Klassiker unter den Nachhaltigkeitsinitiativen für Ihren Garten. Vorgetrockneter Rasenschnitt, zerkleinerter Baumschnitt, Laub, ausgewähltes Obst- und bestimmte Gemüsereste – all das können Sie auf einen Komposthaufen werfen und nach der Zersetzung zum Düngen verwenden.

    Düngen ohne Chemie sollte für umweltbewusste Hobbygärtner ohnehin selbstverständlich sein. Kompost und heimische, organische Dünger bilden stets die bessere Alternative für einen gesunden und verantwortungsvollen Anbau. Hier erhalten Sie noch mehr Tipps zum richtigen Kompostieren.

  • 6. Tipp: Kunststoff vermeiden.

    Achten Sie beim Kauf von Pflanzen darauf, dass Sie Tontöpfe oder Pflanzgefäße aus Weidengeflecht nutzen. Für alle, die von plastikfreien Blumentöpfen träumen, die dennoch die Kunststoff-typische Flexibilität aufweisen, haben wir eine gute Nachricht: Inzwischen sind im Netz biologisch abbaubare Blumentöpfe erhältlich, die sich nach der Einpflanzung mit der Zeit auf natürliche Weise zersetzen, ohne dabei umweltschädliche Stoffe im Boden zu hinterlassen.

  • 7. Tipp: regional einkaufen.

    Nachhaltiges Gärtnern im Klimawandel – das bedeutet vor allem, dass Gartenprodukte keine weiten Strecken bei der Logistik zurücklegen sollten. Kaufen Sie am besten bei Gartenbaubetrieben in Ihrer Region ein, um CO2-Emissionen zu vermeiden. Damit unterstützen Sie nicht zuletzt die regionalen Anbieter Ihres Vertrauens.

  • 8. Tipp: umweltschonend möblieren.

    Inzwischen gibt es auch bei Gartenmöbeln hochwertige Designer-Stücke aus recyceltem Material. Der Trend der „Recyclingmöbel“ oder „Upcycling-Möbel“ nimmt seit einigen Jahren immer mehr an Fahrt auf, bei Marken wie etwa reditum, Elementry, Lockengelöt oder Piet Hein Eek findet man echtes Hingucker-Mobiliar für draußen und drinnen.

    Wenn Sie einen Holz-Look bevorzugen, sollten Sie zumindest darauf achten, keine tropischen Hölzer wie Teakholz zu verwenden, das erst nach vielen Kilometern in unsere Gefilde gelangt. Schließlich sind ebenso schicke Gartenmöbel auch aus heimischen Holzarten wie Lärche, Edelkastanie, Eiche oder Douglasie erhältlich.

  • 9. Tipp: naturnah gärtnern.

    Lassen Sie Wildwuchs ganz bewusst zu. Mit einem naturnahen Garten bieten Sie zahlreichen Nützlingen und Kleintieren einen natürlichen Lebens- und Schutzraum. Eine überaus sinnvolle Schädlingsbekämpfung ist es übrigens, Singvögel über Nistkästen anzulocken. Die Vögel vertilgen dann die Schädlinge und Sie haben als Gartenbesitzer noch länger etwas von Ihrem heimischen Grün.

    Mit einem „Insektenhotel“ können Sie zusätzlich einen wichtigen Beitrag dazu leisten, fleißigen Bestäubern wie den Wildbienen Unterschlupf zu bieten. Hier erfahren Sie mehr über die sogenannten „Nisthilfen“.

  • 10. Tipp: heimisch gärtnern.

    Auch wenn Sie Ihren Pflanzen im Garten das gewisse Extra geben könnten: Exotische Sorten benötigen in der Regel mehr Pflege und Ressourcen, um in unseren Breitengraden zu gedeihen. Wer seinen Garten nachhaltig anlegen und das lokale Ökosystem stärken möchte, setzt daher eher auf heimische Pflanzen, deren Pflege meist einfacher ist. Zusatztipp: Hierzu bieten viele Bundesländer Infos zu den jeweilig heimischen Arten an.

Wildwuchs im Garten: ein Zeichen für eine gesunde Grünanlage

Nachhaltig Gärtnern: praktische Vorteile für Sie selbst

Wenn Sie sich beim eigenen Garten der Umweltverträglichkeit verschreiben, kommt nicht nur die Natur auf ihre Kosten. Auch Sie selbst profitieren von handfesten Vorteilen.

So sparen Sie beispielsweise die Kosten für Pestizide und chemische Dünger, die oftmals Stickstoff, Phosphor und Kalium beinhalten und daher umweltschädlich sind. Bares Geld sparen Sie außerdem, wenn Sie Regenwasser im Garten nachhaltig nutzen, weil Sie weniger Leitungswasser zur Bewässerung benötigen.

Des Weiteren haben Sie mit einem „wilden“ Naturgarten, der obendrein Insekten und anderen Kleintieren einen natürlichen Lebensraum gibt, insgesamt auch merklich weniger Arbeit. Hinzu kommt: Wenn Sie sich für nachhaltiges Gärtnern entscheiden, schaffen Sie selbst die besten Voraussetzungen dafür, von Ihrem Garten möglichst lange etwas zu haben.

Tomaten aus dem nachhaltigen Garten, frisch geerntet

Biodiversität im Garten: wichtige Vorteile für die Umwelt

Als nachhaltiger Gärtner können Sie auch noch einen anderen wichtigen Beitrag leisten: Sie fördern die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, die sogenannte „Biodiversität“. Das gilt überdies für den Variantenreichtum innerhalb ein- und derselben Art. Letzterer stellt ein Indiz für eine erfolgreiche Anpassung an die Umwelt und damit für ein starkes und intaktes Ökosystem dar.

Da sich die klimatischen Bedingungen der Erde allerdings mit hohem Tempo wandeln, ist aber genau diese Anpassung erschwert, in manchen Fällen kann die Natur sozusagen nicht mehr „Schritt halten“. Die Folgen: Die Biodiversität bei Mikrobakterien, Pflanzen und Tieren sinkt, teilweise verschwinden sogar ganze Arten.

Funktionierende Ökosysteme bilden für uns Menschen indes eine wichtige Lebensgrundlage im Kreislauf der Natur. Sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden für die Landwirtschaft, Insektenbestäubung von Nutzpflanzen, Pflanzenwirkstoffe bei Medikamenten – all das kann nur funktionieren, wenn Biodiversität in ausreichendem Maße gegeben ist. Das Gute ist aber: Sie können in Ihrem Garten den Anfang machen.

 

Mit diesen Tipps fördern Sie in Ihrem Garten insbesondere die Biodiversität:

  • – Verzichten Sie bei der Schädlingsbekämpfung auf Pestizide – Sie schützen damit andere wichtige Organismen.
  • – Lockern Sie bei der Unkrautbekämpfung den Boden auf und jäten Sie das nachwachsende Unkraut heraus.
  • – Durch das Jäten können Sie auch hier auf Chemie verzichten und schonen so das Bodenleben.
  • – Schaffen Sie Lebensräume für Nützlinge in Form von Nisthilfen oder Insektenhotels – Sie fördern damit den Erhalt Ihrer Arten.
  • – Verwenden Sie organische Dünger bzw. Bio-Dünger – Sie tragen damit zur Vielfalt im Bodenleben bei.
  • – Lassen Sie bestimmte Stellen in Ihrem Garten gerne etwas „unordentlich“, indem Sie Laub liegen oder verwelkte Stauden stehen lassen – das erhöht die Chance, dass sich neue Wildpflanzen oder Tiere bei Ihnen ansiedeln.

 

Viele verschiedene Blumen und Gewächse: Biodiversität im eigenen Garten ist gut für Flora und Fauna

Das steckt hinter dem Begriff „Permakulturgarten“

Beim nachhaltigen Gärtnern stößt man auch oft auf den Begriff „Permakultur“. Laut PIA, der Permakultur-Akademie im Alpenraum, lautet die Definition dafür wie folgt:

Permakultur (permanent agriculture = dauerhafte Landwirtschaft) ist das bewusste Gestalten und Erhalten landwirtschaftlich produktiver Ökosysteme, die die Vielfalt, die Dauerhaftigkeit und Selbstregulierungsfähigkeit natürlicher Ökosysteme aufweisen.

Stichwort „Ökosystem“: Damit sind vorbildhaft sich selbst regulierende Ökosysteme wie zum Beispiel Regenwälder, Sumpfgebiete und Auenlandschaften gemeint. Ziel der Permakultur ist die komplette Selbstversorgung durch eigens angebaute Nahrungsmittel. Nach dem Motto: Es gibt immer (permanent) etwas zu ernten. Als unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen gilt der respektvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, worunter zum Beispiel das Kompostieren und Recycling, der umsichtige Umgang mit Energie und Wasser oder auch der gezielte Einsatz moderner Smart-Gardening-Technologien zählen.

 

Fazit: Ein nachhaltiger Garten bringt allen etwas. Der Umwelt, den Tierarten und natürlich Ihnen als Gartenbesitzer selbst. Die Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von Kompostieren über Recycling bis hin zu Regenwassernutzungssystemen. Wenn Sie sich fragen, wieviel Nachhaltigkeit in Ihrem Garten möglich ist, sprechen Sie am besten mit einem professionellen Gärtner oder Landschaftsplaner und lassen Sie sich individuell beraten.

 

Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne über unser Kontaktformular oder telefonisch via +49 69 26 91 57-0 – oder sehen Sie sich einfach direkt in unserer Immobiliensuche nach Objekten in Ihrer Umgebung um.