Inhaltsverzeichnis:
- Was ist der Bodenrichtwert?
- Wie erfahre ich den Bodenrichtwert in Sachsen?
- Wie hoch sind die Bodenrichtwerte in Sachsen?
- Bodenrichtwert – was ist zu beachten?
- Bedeutung für Käufer und Verkäufer
- Bodenrichtwert und Immobilienbewertung – der Unterschied
- Fazit
Was ist der Bodenrichtwert?
Der Bodenrichtwert in Sachsen ist eine zentrale Orientierungsgröße für Käufer, Verkäufer, Eigentümer und Investoren. Er beschreibt den durchschnittlichen Wert des Bodens (meist in €/m²) für typische, unbebaute Grundstücke innerhalb eines abgegrenzten Gebiets, der sogenannten Bodenrichtwertzone.
Ermittelt werden Bodenrichtwerte durch die örtlich zuständigen Gutachterausschüsse auf Basis realer Kauffälle aus der Kaufpreissammlung. In Sachsen werden diese Werte regelmäßig veröffentlicht und digital bereitgestellt.
Wichtig zu wissen: Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert. Eigenschaften wie Zuschnitt, Ecklage, Erschließung, planungsrechtliche Situation (Bebaubarkeit) oder Besonderheiten der Mikrolage können dazu führen, dass der Marktwert eines konkreten Flurstücks vom Richtwert abweicht.
Wie erfahre ich den Bodenrichtwert in Sachsen?
Einen einheitlichen „Bodenrichtwert für ganz Sachsen“ gibt es nicht, da er je nach Stadt, Gemeinde, Straße und Bodenrichtwertzone variiert. Die offizielle Abfrage erfolgt über BORIS Sachsen (Bodenrichtwertinformationssystem des Freistaats Sachsen). Dort können Bodenrichtwerte kartografisch angezeigt und in der Regel über die Kartenansicht sowie die Suche nach Lage/Adresse eingeordnet werden.
Direkt zum Portal: BORIS Sachsen.
Für die Praxis bedeutet das: Je genauer Sie die Lage (Adresse/Flurstück bzw. Kartenausschnitt) eingrenzen, desto präziser ist die Zuordnung zur richtigen Zone und damit die Aussagekraft des Bodenrichtwerts.
(ungefähre Orientierungswerte, Stand: letzte veröffentlichte Bodenrichtwerte laut BORIS)
Wie hoch sind die Bodenrichtwerte in Sachsen?
Sachsen ist ein heterogener Markt: Bodenrichtwerte unterscheiden sich teils deutlich zwischen großen Städten (z. B. Dresden, Leipzig, Chemnitz), beliebten Umlandgemeinden, Mittelzentren sowie ländlichen Regionen. Zusätzlich wirkt die Mikrolage stark – schon innerhalb eines Stadtteils können unterschiedliche Bodenrichtwertzonen gelten.
Wichtig: Pauschale „Sachsen-Durchschnittswerte“ sind nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Für eine sinnvolle Einordnung sollten Sie immer den konkreten Bodenrichtwert Ihrer Zone in BORIS Sachsen abfragen und dabei Nutzung, Entwicklungszustand und planungsrechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigen.
Praxis-Tipp: Für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen ist meist nicht nur der €/m²-Wert entscheidend, sondern auch die zur Zone hinterlegten Merkmale (z. B. Art der Nutzung, Entwicklungszustand, ggf. wertbeeinflussende Hinweise). Diese Details finden Sie direkt in den Sachdaten der jeweiligen Bodenrichtwertzone.
Beispielwerte für Sachsen (ungefähre Orientierungswerte, Wohnen, Stand BORIS):
| Stadt / Region | Durchschnittlicher Bodenrichtwert (Wohnen, ca.) |
|---|---|
| Sachsen (gesamt) | 113 €/m² |
| Dresden | 474 €/m² |
| Leipzig | 605 €/m² |
| Chemnitz | 145 €/m² |
| Zwickau | 100 €/m² |
Quelle: Bodenrichtwerte & Grundstückspreise Sachsen (Aggregationsdarstellung veröffentlichter Bodenrichtwerte; Stichtag 01.01.2024, veröffentlicht 15.02.2024 laut Quelle) sowie BORIS Sachsen (sachsen.de) (amtliche Bodenrichtwertrecherche); abgerufen am 09.03.2026.
Bodenrichtwert Sachsen – was ist zu beachten?
Auch in Sachsen gilt: Bodenrichtwerte sind Stichtagswerte und bilden die Marktsituation zum jeweiligen Zeitpunkt ab. Veränderungen ergeben sich unter anderem durch:
- Nachfrageentwicklung nach Wohn- und Bauflächen in bestimmten Städten/Regionen
- Zinsentwicklung und Finanzierungskosten
- Bauleitplanung (z. B. neue Baugebiete, Nachverdichtung) und Genehmigungslage
- Infrastruktur, Standortentwicklung und Quartiersaufwertungen
Gerade in gefragten Stadtlagen und gut angebundenen Umlandbereichen können Bodenrichtwerte deutlich höher liegen als in strukturschwächeren Teilmärkten. Für eine belastbare Einordnung hilft immer der Blick auf die konkrete Zone.

Welche Bedeutung hat der Bodenrichtwert für Käufer und Verkäufer?
Für Käufer
Der Bodenrichtwert hilft dabei:
- Angebotspreise besser einzuordnen
- überhöhte Preisvorstellungen schneller zu erkennen
- Lagen innerhalb Sachsens besser vergleichbar zu machen (Zone vs. Zone)
Für Verkäufer
Eigentümer nutzen den Bodenrichtwert als:
- erste Orientierung für den Bodenwert
- Argumentationsbasis in Preisgesprächen
- Startpunkt für die Vorbereitung einer fundierten Wertermittlung
Wichtig: Der Bodenrichtwert ersetzt keine Immobilienbewertung. Er berücksichtigt weder Gebäudezustand noch Ausstattung oder objektspezifische Faktoren – sondern bildet einen durchschnittlichen Lagewert für den Boden (typisch unbebaut) in einer Zone ab.
Bodenrichtwert und Immobilienbewertung – der Unterschied
Während der Bodenrichtwert ausschließlich den Boden betrachtet, berücksichtigt eine professionelle Immobilienbewertung in Sachsen zusätzlich:
- Bebauung und Gebäudewert
- Zustand, Modernisierungsgrad und Ausstattung
- Mikrolage (z. B. Umfeld, Lärm, Ausrichtung, Nachbarschaft) und Infrastruktur
- aktuelle Marktdynamik nach Segment (Eigennutzer, Kapitalanleger, Neubau, Bestand)
Gerade bei bebauten Grundstücken oder Eigentumswohnungen kann der tatsächliche Marktwert deutlich vom Bodenrichtwert abweichen, weil der Gebäudewert und die Nachfrage nach bestimmten Lagen/Objektarten eine große Rolle spielen.
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Fazit: Bodenrichtwert Sachsen richtig nutzen
Der Bodenrichtwert ist in Sachsen ein wichtiges Instrument für Transparenz am Immobilienmarkt. Über BORIS Sachsen erhalten Sie Zugang zu den amtlichen Bodenrichtwerten und den zugehörigen Sachdaten der jeweiligen Zonen.
Für rechtssichere oder wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen – etwa beim Kauf, Verkauf, in Erb- oder Vermögensfragen – empfiehlt sich zusätzlich eine individuelle Bewertung, weil objektspezifische Faktoren (Gebäude, Zustand, Mikrolage, Bebaubarkeit) den tatsächlichen Marktwert wesentlich beeinflussen.
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