Saarbrücken Panorama
Immobilien-Ratgeber

Bodenrichtwert Saarland

Inhaltsverzeichnis:

 

Was ist der Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert gibt im Saarland Käufern, Verkäufern, Eigentümern und Investoren eine zentrale Marktorientierung. Er zeigt, welchen durchschnittlichen Wert unbebaute Grundstücke typischerweise in einer bestimmten Lage haben – ausgewiesen als Euro pro Quadratmeter innerhalb einer Bodenrichtwertzone.

Zusammenfassend gesagt: Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert für Grundstücke innerhalb eines abgegrenzten Gebiets (Bodenrichtwertzone). Er wird aus tatsächlich beurkundeten Kaufpreisen abgeleitet und durch die zuständigen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte ermittelt und veröffentlicht.

Wichtig zu wissen: Der Bodenrichtwert bezieht sich auf den Bodenwert eines typischen, unbebauten Grundstücks innerhalb einer Bodenrichtwertzone. Individuelle Merkmale (Zuschnitt, Erschließung, Bebaubarkeit, Mikrolage) können dazu führen, dass der Marktwert eines konkreten Flurstücks deutlich abweicht.


Wie erfahre ich den Bodenrichtwert im Saarland?

Einen einheitlichen exakten Bodenrichtwert für das gesamte Saarland gibt es nicht, weil der Wert je nach Gemeinde, Straße und Bodenrichtwertzone variiert. Die amtliche Recherche erfolgt über das Geoportal des Saarlandes (BORIS Saarland).

Praxis-Tipp: Nutzen Sie die Adress- oder Kartensuche, klicken Sie die Zone an und prüfen Sie zusätzlich die Sachdaten (z. B. Nutzungsart, Entwicklungszustand, wertrelevante Hinweise).


Was man aktuell sagen kann

Bodenrichtwerte werden im Saarland flächendeckend ermittelt und geben – je nach Bodenrichtwertzone – den durchschnittlichen Bodenwert pro Quadratmeter für typische unbebaute Grundstücke an.

Die veröffentlichten Werte sind Stichtagswerte und werden im Saarland üblicherweise im Turnus fortgeschrieben. Für die aktuell veröffentlichten Bodenrichtwerte ist der amtliche Stichtag 01.01.2024 maßgeblich.

Für eine belastbare Einordnung ist neben dem €/m²-Wert immer auch die Zonendefinition (Sachdaten) entscheidend.


Bodenrichtwertkarte (Beispieldarstellung)


Durchschnittswerte (Orientierungswerte)

Da Bodenrichtwerte je nach Zone, Nutzungsart und Bebaubarkeit stark schwanken, sind pauschale „Saarland-Durchschnittswerte“ nur als grobe Orientierung geeignet. Für Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zählt der konkrete Bodenrichtwert Ihrer Zone (inkl. Sachdaten) im BORIS-Portal.

Beispielwerte für Saarland (Städte, Wohnen)

Stadt / Region Durchschnittlicher Bodenrichtwert (Wohnen, ca.)
Saarland (gesamt) 119 €/m²
Saarlouis 226 €/m²
Saarbrücken 207 €/m²
Homburg 171 €/m²
St. Ingbert 165 €/m²
Neunkirchen (Saar) 107 €/m²

Quelle: Bodenrichtwerte & Grundstückspreise Saarland (Aggregationsdarstellung veröffentlichter Bodenrichtwerte; Saarland gesamt 119 €/m²; Saarlouis 226 €/m²; Saarbrücken 207 €/m²; Homburg 171 €/m²; St. Ingbert 165 €/m²; Neunkirchen 107 €/m²; Stichtag 01.01.2024, veröffentlicht 08.03.2024 laut Quelle) sowie LVGL Saarland: Bodenrichtwerte und MetaVer: BORIS Saarland (Geoportal). Abgerufen am 12.03.2026.


Hinweis: Innerhalb eines Stadtteils können je nach Zone, Nutzungsart und GFZ/baulicher Ausnutzbarkeit deutlich andere Werte gelten.

Aussage zum „Durchschnittswert“ Saarland: Es wird teils ein „durchschnittlicher Bodenrichtwert“ (z. B. als Landesmittelwert) genannt. Dieser Wert ist eine stark vereinfachte Zusammenfassung aus veröffentlichten Zonenwerten bzw. Aggregationen und ersetzt nicht die amtliche Zonenauskunft. Maßgeblich bleibt immer der Bodenrichtwert der konkreten Bodenrichtwertzone im BORIS Saarland (Geoportal) inklusive Sachdaten.


Bodenrichtwert – was ist zu beachten?

Bodenrichtwerte sind Stichtagswerte (z. B. 01.01.2024) und spiegeln die Marktsituation rund um diesen Zeitpunkt wider. Preisveränderungen entstehen unter anderem durch:

  • veränderte Nachfrage nach Wohn- und Bauflächen in einzelnen Teilmärkten
  • Zinsentwicklung und Finanzierungskosten
  • kommunale Bauleitplanung, Nachverdichtung und Entwicklungsgebiete
  • Infrastruktur- und Standortentwicklung (Anbindung, Arbeitgeber, Quartiersaufwertung)

Gerade im Saarland können Mikrolagen den Unterschied machen: Schon benachbarte Straßenzüge können unterschiedlichen Bodenrichtwertzonen zugeordnet sein.


Interessentenpaar schaut in Unterlagen


Bedeutung für Käufer und Verkäufer

Für Käufer

Der Bodenrichtwert hilft dabei:

  • Angebotspreise besser einzuordnen
  • Überbewertungen schneller zu erkennen
  • Lagen innerhalb einer Region objektiver zu vergleichen (Zone vs. Zone)

Für Verkäufer

Eigentümer nutzen den Bodenrichtwert als:

  • erste Orientierung für den Bodenwert
  • Argumentationshilfe in Preisverhandlungen
  • Ausgangspunkt für eine fundierte Wertermittlung

Wichtig: Der Bodenrichtwert stellt keinen Kaufpreis dar, sondern dient als Orientierungsgröße für den durchschnittlichen Bodenwert innerhalb einer Zone. Er ersetzt keine Immobilienbewertung, da er weder Gebäudezustand noch Ausstattung oder objektspezifische Faktoren berücksichtigt.


Bodenrichtwert und Immobilienbewertung – der Unterschied

Während der Bodenrichtwert ausschließlich den Boden betrifft, berücksichtigt eine professionelle Immobilienbewertung zusätzlich:

  • Bebauung und Gebäudewert
  • Zustand und Ausstattung
  • Mikrolage und Umfeld
  • aktuelle Marktnachfrage (Segment, Zielgruppe, Vermietbarkeit)

Gerade bei bebauten Grundstücken kann der tatsächliche Marktwert deutlich vom Bodenrichtwert abweichen.

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Fazit

Der Bodenrichtwert ist ein wichtiges Instrument für Transparenz am Grundstücksmarkt. Über das Geoportal (BORIS Saarland) erhalten Sie kostenfreien Zugang zu amtlichen Bodenrichtwerten und den zugehörigen Merkmalen der jeweiligen Zonen.

Für rechtssichere Entscheidungen – etwa beim Kauf, Verkauf oder bei Vermögensfragen – empfiehlt sich zusätzlich eine individuelle Bewertung, weil objektspezifische Faktoren (Bebaubarkeit, Zuschnitt, Mikrolage, Gebäudezustand) den tatsächlichen Marktwert wesentlich beeinflussen.

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